Sekuranten sieht man kaum – und doch müssen sie im entscheidenden Moment hundertprozentig funktionieren. Wer auf Dächern, an Fassaden oder an technischen Anlagen arbeitet, verlässt sich darauf, dass jeder Anschlagpunkt hält, was er verspricht. Genau deshalb ist die regelmäßige Sekuranten Wartung so wichtig, denn sie schafft echte Sicherheit und eine rechtliche Absicherung. Für ein rundum verantwortungsvolles Arbeiten in der Höhe.

Was sind Sekuranten?

Sekuranten sind fest installierte Anschlagpunkte, die dauerhaft mit einem Bauwerk verbunden sind. Sie dienen dazu, die persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) wie Auffanggurte, Verbindungsmittel oder Sicherungsseile sicher zu befestigen. Einsatz finden sie deshalb überall dort, wo Absturzgefahr besteht – zum Beispiel auf Flachdächern, an Industriehallen, Fassaden, Maschinen und selbst an technischen Anlagen.

Als sogenannte Einzelanschlagpunkte sind Sekuranten hauptsächlich dafür ausgelegt, die im Sturzfall auftretenden Kräfte in den Untergrund abzuleiten. Sie bilden damit die Basis vieler Absturzsicherungssysteme, wodurch Beschäftigte Wartungs-, Inspektions- oder Reinigungsarbeiten gesichert und kontrolliert ausführen können.

Was umfasst die Sekuranten Wartung?

Zur Sekuranten Wartung gehören im Allgemeinen alle Maßnahmen, durch die der Zustand von Sekuranten sicher und funktional bleibt. Dazu gehören Kontrolle, Prüfung, Wartungsarbeiten und eine stets nachvollziehbare Dokumentation. Das Ziel ist es, Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben, um so die volle Funktionalität der Absturzsicherung zu erhalten.

Unterschieden wird dabei zwischen:

  1. Erstprüfungen nach Montage oder Installation
  2. Wiederkehrenden Prüfungen, mindestens einmal jährlich
  3. Abnahme nach Umbauten, Reparaturen oder Änderungen
  4. Laufende Instandhaltung

Eine reine Sichtkontrolle reicht dabei nicht aus, denn Dinge wie die Witterung, die Stärke der Belastung, die Nutzungshäufigkeit aber auch Reinigungs- oder Einstellungsarbeiten wirken dauerhaft auf das Material und die Befestigung ein. Nur mit einer regelmäßigen und fachgerechten Wartung bleibt der Sekurant funktionstüchtig und sicher.

Einsatzbereiche von Sekuranten

Sekuranten werden in vielen Bereichen eingesetzt: auf dem Flachdach, an Industriehallen, in Hochregallagern, an Fassaden oder an Maschinen. Dort dienen sie überall als starke Anschlagpunkte für die persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) und sind somit Bestandteil größerer Absturzsicherungssysteme.

Typischerweise werden sie besonders in Wartungs-, Inspektions- und Reinigungsarbeiten eingesetzt, da die Beschäftigten hierbei zeitweise gesichert arbeiten müssen. Die Systeme schützen diese vor einem Absturz und sind von der modernen Höhensicherung deshalb nicht mehr wegzudenken.

Sekuranten im System gedacht

Sekuranten funktionieren nicht allein. Sie sind Teil von Absturzsicherungssystemen, die aus mehreren Einrichtungen bestehen können: Seilsysteme, Schienensysteme, Schutzgeländer, Dachanker, Steigleitern oder Steigschutzeinrichtungen. Welche Typen und Modelle bei der Arbeit letztlich tatsächlich eingesetzt werden, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Untergrund, Einsatzgebiet, der Nutzung und den baulichen Gegebenheiten ab.

Prüfung von Sekuranten – Pflicht für Betreiber

Die Prüfung von Sekuranten ist gesetzlich vorgeschrieben. Betreiber müssen ihre Anschlagpunkte mindestens einmal jährlich prüfen lassen. Diese Verpflichtung ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht und gilt immer; ganz unabhängig davon, ob eigene Mitarbeiter, Angestellte oder externe Firmen auf dem Dach arbeiten.

Rechtlich basiert diese Pflicht auf dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung, dem Produktsicherheitsgesetz, den Unfallverhütungsvorschriften sowie den Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). 

Besonders relevant sind dabei folgende DGUV Regeln: 

  • DGUV Regel 112-198 – beschreibt die richtige Auswahl, Benutzung und Prüfung persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz.
  • DGUV Regel 112-199 – regelt die Planung und Durchführung von Rettungsmaßnahmen nach einem Absturz, inklusive Anforderungen an Rettungskonzepte.
  • DGUV Grundsatz 312-906 – definiert die Qualifikation und Ausbildung sachkundiger Personen, die PSAgA und Anschlageinrichtungen prüfen dürfen.
  • DIN EN 795 – legt die technischen Anforderungen, Prüfverfahren und Typen von Anschlageinrichtungen wie Anschlagpunkte oder Seilsysteme fest.

Detaillierter Ablauf einer fachgerechten Prüfung

Punkt 1: Sichtprüfung und Funktionsprüfung

Eine sachgerechte Sicherheitsüberprüfung folgt klaren Prüfverfahren. Zunächst erfolgt die Sichtprüfung. Dabei achten die Prüfer auf Korrosion, Risse, Verformungen, Abnutzung, fehlende Kennzeichnung oder andere Mängel. Auch Schäden durch Witterung oder frühere Belastung werden hierbei ausgemacht und bewertet. Darauf folgt die Funktionsprüfung. Hier geht es darum, dass die Befestigung im Untergrund tragfähig ist und alle Bauteile korrekt arbeiten. In bestimmten Fällen sind außerdem zusätzliche Belastungsproben erforderlich, etwa dann, wenn keine Montagedokumentation vorliegt, Umbauten durchgeführt wurden oder Zweifel an der Tragfähigkeit bestehen. So oder so: Instabile Ankerpunkte dürfen nicht weiter genutzt werden.

Punkt 2: Wartung und Instandhaltung

Die eigentliche Wartung schließt direkt an die Prüfung an. Sie umfasst konkrete Wartungsarbeiten, zum Beispiel das Nachziehen von Befestigungen, den Austausch beschädigter Bauteile, die Instandsetzung von Dachdurchdringungen oder das Ersetzen verschlissener Komponenten wie Falldämpfer oder Bandfalldämpfer. Eine regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer der Sicherheitssysteme und erhält deren Qualität. So können Sie sich im Ernstfall stets zuverlässig schützen.

Wer darf Sekuranten prüfen und warten?

Die Überprüfungen und Wartungen von Sekuranten dürfen nur durch sachkundige Fachkräfte erfolgen. Diese verfügen über nachgewiesenes Fachwissen mit einer entsprechenden Ausbildung und einem Befähigungsnachweis. Wichtig. Für den Bereich der mobilen PSA ist eine Schulung nach DGUV Grundsatz 312-906 erforderlich. Die Schulungen und Sicherheitsmaßnahmen haben ihren Grund, denn Fehler bei der Wartung können schnell schwerwiegende Folgen haben. Deshalb sinds eine geeignete Qualifikation und auch Erfahrung die Voraussetzungen für eine Prüfung.

Vorteile einer Sekuranten Wartung im Überblick

  • Senkt das Unfallrisiko bei Arbeiten in der Höhe
  • Stellt die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicher
  • Schützt Mitarbeiter dauerhaft und zuverlässig
  • Schafft planbare und sichere Arbeitsabläufe
  • Erhält den Wert von Gebäuden und Anlagen
  • Stärkt das Vertrauen von Kunden und Versicherern
  • Leistet einen aktiven Beitrag zum Arbeitnehmerschutz

Dokumentation und Prüfbuch

Ein oft unterschätzter, aber nicht weniger wichtiger Bestandteil der Sekuranten Wartung ist die Dokumentation. Hierbei werden alle Sichtungen, festgestellten Schäden und durchgeführten Maßnahmen in einem Prüfbuch oder digitalen Prüfprotokoll festgehalten. Diese Unterlagen dienen später als Nachweis gegenüber Behörden und im Haftungsfall auch gegenüber den Versicherungen. Im Umkehrschluss gefährdet eine fehlende oder unvollständige Dokumentation die rechtliche Absicherung des Unternehmens.

Eine Frage des Geldes? Kosten realistisch einordnen

Die Kosten der Sekuranten Wartung hängen vom Aufwand, der Anzahl der Anschlagpunkte, der Zugänglichkeit der Dächer und der vorhandenen Dokumentation ab. Im Verhältnis zu den Folgen eines Unfalls – für Menschen, Unternehmen und Haftung – sind sie überschaubar. Regelmäßige Wartung ist deshalb wirtschaftlich sinnvoll.

Prüfintervalle und Verantwortlichkeiten

Die regelmäßige Prüfung von Sekuranten ist gesetzlich vorgeschrieben und muss mindestens einmal jährlich, also alle 12 Monate, erfolgen. Verantwortlich dafür sind Bauherren und Gebäudebetreiber, unabhängig davon, ob eigene Mitarbeiter oder externe Dienstleister die Anschlagpunkte nutzen. Die Prüfungen dürfen ausschließlich von sachkundigem Fachpersonal durchgeführt werden, das über fundiertes Fachwissen sowie Herstellerkenntnisse der jeweiligen Sekuranten verfügt. Nur so ist sichergestellt, dass die Anschlagpunkte den Vorgaben der DGUV, der DIN EN 795 und den jeweiligen Herstellerrichtlinien entsprechen.

Prüfpflicht nach besonderen Ereignissen

Neben der jährlichen Regelprüfung sind zusätzliche Prüfungen erforderlich, wenn besondere Ereignisse eintreten. Dazu zählen bauliche Änderungen, Eingriffe in den Untergrund oder Veränderungen an der Dachkonstruktion. In solchen Fällen muss die Prüfung von Sekuranten vor Ablauf der 12 Monate erneut durchgeführt werden. Gleiches gilt nach einem Absturzereignis: Sekuranten müssen sofort außer Betrieb genommen und gründlich geprüft werden, bevor sie wieder freigegeben werden dürfen. Instabile oder beschädigte Ankerpunkte stellen eine erhebliche Gefahr dar und dürfen keinesfalls weiter genutzt werden.

Ebenfalls Pflicht: Sichtprüfung durch den Anwender

Auch der tägliche Anwender trägt Verantwortung und muss den Sekuranten vor jeder Nutzung eine gründliche Sichtprüfung unterziehen. Das Augenmerk liegt hier besonders auf unmittelbar sichtbare Schäden, eine starke Abnutzung, Rost, Verformungen oder fehlende Kennzeichnungen. Werden dabei Mängel festgestellt, darf der Sekurant nicht verwendet werden. Aber Vorsicht: Eine unzureichende Schulung der Nutzer stellt ebenfalls ein erhebliches Risiko dar, da falsche Anwendung selbst bei technisch intakten Systemen zu schweren Unfällen führen kann. Bei ROTH Absturzsicherungen finden Sie deshalb entsprechende Schulungen und Seminare für alle Mitarbeiter und Zuständigen – weil uns Ihre Sicherheit am Herzen liegt.

Darauf sollten Sie achten: Typische Schäden an Sekuranten

Sekuranten unterliegen – wie alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen – einem natürlichen Verschleiß. Besonders auf Flachdächern wirken Witterungseinflüsse wie Regen, Frost, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen dauerhaft auf das Material und die Befestigung ein. Das führt häufig zu Problemen wie Korrosion, Porosität, Risse, Verformungen oder Schäden durch frühere Belastungen und Stürze. Auch lockere Befestigungen im Untergrund oder Materialermüdung können die Tragfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen. 

Sichere Sekuranten Wartung mit ROTH Absturzsicherungen

ROTH Absturzsicherungen ist Ihr Fachbetrieb und Partner rund um eine gelungene Absturzsicherung, inklusive fachkundige Sekuranten Wartungen, Montage und einer ehrlichen Beratung auf Augenhöhe. Auch Gefährdungsbeurteilungen, Erstprüfungen, Schulungen und die Erstellung kompletter Sicherheitskonzepte mit Sonderlösungen gehören zu unserem Service. Was auch immer Sie also von uns brauchen – wir sind für Sie da und machen Ihre Arbeit ein bedeutendes Stück sicherer.

Vertrauen Sie auf uns und unser starkes Team und kontaktieren Sie uns noch heute. Denn Sicherheit ist nicht teuer – sie ist unbezahlbar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Sekuranten Wartung?

Eine Sekuranten Wartung ist dazu da, um die Sicherheit der Sekuranten zu gewährleisten. Zu einer Wartung gehören eine Sichtprüfung und Funktionsprüfung sowie die Instandhaltung. 

Wie erfolgt die Prüfung von Sekuranten?

Die Prüfung erfolgt hauptsächlich durch eine Sicht- und Funktionsprüfung sowie bei Bedarf auch durch Belastungsproben, alles durchgeführt von sachkundigen Experten.

Welche Prüfungen sind vorgeschrieben?

Mindestens eine jährliche Prüfung nach DGUV-Vorgaben ist vorgeschrieben. Zusätzliche Prüfungen sind außerdem nach Umbauten, außergewöhnlichen Belastungen oder einem Absturzereignis Pflicht.

Wer darf Sekuranten prüfen?

Die Prüfung darf nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen, das über das entsprechende Fachwissen, eine Ausbildung sowie Herstellerkenntnisse der eingesetzten Sekuranten verfügt.

Sind Sekuranten vorgeschrieben?

Nicht der Sekurant als einzelnes Produkt ist vorgeschrieben, dafür ist aber ein geeignetes und ganzheitliches Absturzsicherungssystem bei Arbeiten in der Höhe verpflichtend.

Was passiert nach einem Absturz?

Nach jedem Absturz müssen die betroffenen Sekuranten sofort gesperrt und gründlich überprüft werden. Eine erneute Nutzung ist erst nach der erfolgreichen Prüfung und anschließenden Freigabe zulässig.

Welche Schäden werden bei der Sichtprüfung kontrolliert?

Geprüft werden unter anderem Risse, Abnutzung, Korrosion, Porosität, Verformungen, beschädigte Kennzeichnungen und lockere Befestigungen.

Warum ist eine regelmäßige Wartung so wichtig?

Mit einer regelmäßigen Wartung wirken Sie aktiv Unfällen entgegen und schützen so die Arbeiter und gleichzeitig die Rechtssicherheit für Gebäudeeigentümer und Betreiber.