Sobald auf einem Flachdach regelmäßig gearbeitet wird, muss die Absturzsicherung im Alltag einfach und zuverlässig funktionieren. Genau dafür ist ein Seilsicherungssystem da: Es schafft sichere Wege auf dem Dach, gibt den Nutzern mehr Bewegungsfreiheit und sichert die Wartungs- und Servicearbeiten verlässlich ab. Das macht das Seilsystem vor allem auf größeren gewerblichen Dachflächen, an Fassaden oder in technischen Bereichen zu einem unverzichtbaren Bestandteil für ein sicheres Arbeiten in der Höhe. ROTH Absturzsicherungen zeigt Ihnen, worauf es dabei ankommt.
Was ein Seilsicherungssystem auf dem Dach eigentlich macht
Ein Seilsicherungssystem ist eine linienförmige Form der Absturzsicherung. Hierbei wird zwischen mehreren Anschlageinrichtungen ein Seil gespannt, an dem sich der Nutzer mit der persönlichen Schutzausrüstung wie Auffanggurt und Verbindungsmittel sichert. Über einen Läufer oder Gleiter bleibt diese Verbindung zum System während der gesamten Bewegung erhalten. Dadurch müssen die Anwender sich nicht an jedem Abschnitt neu sichern, wie es bei einzelnen Punkten oft nötig wäre. Vor allem auf größeren Dachflächen bringt das spürbar mehr Bewegungsfreiheit, mehr Komfort und eine sicherere Bedienung im laufenden Betrieb.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
- durchgehende Seilsicherung über längere Wege
- mehr Beweglichkeit als bei reinen Einzelanschlagpunkten
- bessere Führung entlang typischer Wartungs- und Laufwege
- hoher Komfort bei wiederkehrenden Einsätzen
- flexible Nutzung auf Flachdach, an der Fassade und in der Industrie
- optisch meist zurückhaltend und für das Gebäude unauffällig
Je nach Ausführung kann das System dabei entweder als Rückhaltesystem oder als Auffangsystem geplant werden. Ein Rückhaltesystem begrenzt die Bewegung so, dass die gesicherte Person die Absturzkante nicht erreicht. Ein Auffangsystem ist dagegen für jene Situationen gedacht, in denen die Bewegungen näher zur Kante oder im Ausnahmefall auch darüber hinaus nötig sind.Rückhaltesysteme sind dabei grundsätzlich zu bevorzugen!
Wo Seilsicherungssysteme sinnvoll eingesetzt werden
Seilsicherungssysteme kommen vor allem dort zum Einsatz, wo auf gewerblich genutzten Dächern regelmäßig gearbeitet wird und ein kollektiver Schutz, wie z.B ein Geländer technisch nicht umsetzbar ist. Besonders auf dem Flachdach müssen technische Bereiche, Wartungswege und Randzonen sicher zugänglich bleiben. Dort sind Arbeiter zum Beispiel an Lüftungsanlagen, Klimageräten, Solartechnik oder anderen Aufbauten unterwegs und brauchen eine Sicherung, auf die sie sich verlassen können.
Auch an Fassaden oder in besonderen Bereichen der Industrie sind Seilsysteme manchmal sinnvoll, etwa wenn Reinigungs-, Prüf- oder Wartungsarbeiten an schwer erreichbaren Stellen durchgeführt werden. Denn gerade in technischen Anlagen oder bei komplexen Tragwerken gibt es häufig Bereiche, die nur mit einer passenden Sicherung sicher betreten werden können. Dann zeigt sich schnell, wie praktisch und unverzichtbar ein gut geplantes Seilsicherungssystem im Alltag ist.
Welche Systemvariante zu welchem Dach passt
Nicht jedes Seilsicherungssystem funktioniert auf jedem Dach gleich gut. Auf den meisten Dächern werden in der Regel horizontale Systeme eingesetzt, doch daneben gibt es vertikale Lösungen für den Steigschutz und spezielle Varianten für besondere Einsatzbereiche.
Bei den horizontalen Systemen wird noch zwischen zwei Varianten einmal unterschieden: Es gibt überfahrbare und nicht überfahrbare Ausführungen. Nicht überfahrbare Systeme sind etwas einfacher aufgebaut, verlangen aber, dass man sich an bestimmten Stellen von Hand umhängt. Das unterbricht den Arbeitsablauf, kostet zusätzlich Zeit und ist nicht so sicher nutzbar wie ein überfahrbares System . Überfahrbare Systeme sind hier deutlich bequemer. Bei ihnen bleibt die Sicherung auch an Zwischenhaltern durchgehend bestehen, sodass man sich flüssiger und ohne Unterbrechung über das Dach bewegen kann. Gerade auf längeren Wegen oder bei regelmäßigen Wartungsarbeiten macht oft einen spürbaren Unterschied.
Woraus ein Seilsystem besteht
Ein Seilsystem setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, die sauber aufeinander abgestimmt sein müssen:
- Seil: Das Seil ist die eigentliche Verbindung über die gesamte Strecke. Meist handelt es sich um ein Edelstahlseil oder Stahlseil, weil diese Materialien robust, langlebig und wetterfest sind.
- Läufer oder Seilgleiter: Dieses Bauteil verbindet das Seil mit dem Auffanggurt der gesicherten Person. Es sorgt dafür, dass man sich entlang des Systems bewegen kann, ohne die Sicherung zu verlieren.
- Anschlagpunkte: Sie halten das ganze System sicher an der Dachkonstruktion fest. Dabei nehmen sie die Kräfte auf, die im Ernstfall entstehen.
- Endhalter: Diese sitzen an den Enden des Systems und sorgen dafür, dass das Seil sicher gespannt und gehalten wird.
- Zwischenhalter: Sie stützen das System entlang der Strecke, damit das Seil auch über längere Wege stabil geführt bleibt.
- Anschlagösen: Sie dienen je nach Aufbau als zusätzliche Anschlagmöglichkeit und ergänzen das System an bestimmten Punkten.
- Spannelemente: Mit ihnen wird das Seil auf die richtige Spannung gebracht, damit das System zuverlässig funktioniert.
- Ergänzendes Zubehör: Je nach Einsatz kommen noch weitere Bauteile hinzu, etwa spezielle Verbinder oder zusätzliche Sicherungselemente.
Wichtig ist immer, dass nicht nur die einzelnen Teile hochwertig sind, sondern dass auch das Dach selbst die Kräfte eines möglichen Sturzes sicher aufnehmen kann.
Normen, Zulassung und Kennzeichnung sicher im Blick
Ein Seilsicherungssystem darf nur eingesetzt werden, wenn es nach den geltenden Regeln ausgelegt und gekennzeichnet ist. Für horizontale Seilsysteme gilt die EN 795 Typ C. Sie beschreibt flexible Anschlageinrichtungen mit gespanntem Seil zwischen festen Punkten.
Sollten mehrere Personen das System gleichzeitig nutzen, ist zusätzlich die CEN/TS 16415 wichtig. Diese Regelung legt die Anforderungen für die Mehrpersonen-Nutzung fest.
Wenn ein System dauerhaft am Bauwerk montiert wird, ist ein zusätzlich ein bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis nötig.
Vor jeder Nutzung müssen außerdem das Systemschild, die zulässige Benutzerzahl, die Einsatzgrenzen und die Wartungsvorgaben geprüft werden. Nur so ist sichergestellt, dass das System korrekt verwendet wird.
ROTH Absturzsicherungen: Ihr erfahrener Partner für Sicherheit bei Dacharbeiten
ROTH Absturzsicherungen begleitet Projekte von der ersten Idee bis zur fertigen Installation und späteren Wartung. Dabei wissen wir, worauf es bei einer verlässlichen Absturzsicherung ankommt und verbinden jahrelange Erfahrung mit fachlicher Sorgfalt und einer praxistauglichen Herangehensweise.
Fachgerechte Montage und verlässliche Instandhaltung
Bei der Montage kommt es auf Präzision an. Wir achten auf die passende Befestigung, die richtige Position der Anschlagpunkte, den Schutz der Dachhaut und eine saubere Dokumentation. Auch danach bleibt das System nicht sich selbst überlassen: Fest installierte Seilsicherungssysteme müssen regelmäßig geprüft werden, in der Regel einmal pro Jahr. Wir kümmern uns gerne um diese Wartung, auch lange nach der Montage.
Schulung, Rettungskonzept und sicherer Umgang mit der Absturzsicherung
Ein System ist nur dann wirklich sicher, wenn die Anwender damit sicher umgehen können. Deshalb gehören Schulungen bei uns genauso dazu wie die Ausarbeitung eines Rettungskonzeptes für den Ernstfall.
Dokumentation, Prüfung und langfristige Betriebssicherheit
Zu einer sicheren Lösung gehören auch lückenlose Unterlagen. Mit Prüfprotokolle, Montageunterlagen und Angaben zu den einzelnen Bauteilen bleibt alles nachvollziehbar, und das System lässt sich auch langfristig sicher nutzen.
Jetzt Ihr Seilsicherungssystem Dach mit ROTH Absturzsicherungen planen
Wir von ROTH wissen: Ein Seilsicherungssystem muss nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern vor allem im Alltag zuverlässig funktionieren. Genau darauf achten unsere Spezialisten und planen die Absturzsicherung deshalb passend zu Ihrem Dach, zu Ihren Arbeitsabläufen und zu den Anforderungen vor Ort. So entsteht ein Schutzsystem, das Sicherheit schafft und sich gleichzeitig fließend in den laufenden Betrieb einfügt.
Sprechen Sie uns an und überzeugen Sie sich selbst – wir beraten Sie persönlich und finden gemeinsam mit Ihnen das passende Seilsicherungssystem für Ihr Objekt. Für ein rundum sicheres Arbeiten in der Höhe und einen Absturzschutz, der hält, was er verspricht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Seilsystem passt zu meinem Flachdach?
Das hängt immer ganz von den Gegebenheiten vor Ort ab. Wichtig sind unter anderem die Dachart, die Anzahl der Nutzer, die Wege auf dem Dach und die Art der Arbeiten. Auch Punkte wie Untergrund, Spannweite, spätere Wartung und die Einbindung in bestehende Technik spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Wir von ROTH prüfen alle diese Punkte im Voraus und erstellen anschließend das Seilsystem, das wirklich passt und sicher hält.
Eignet sich ein Seilsicherungssystem auch bei Dachbegrünung oder empfindlicher Dachhaut?
Gemäß der DGUV I 201-056 und der DIN 4426 ist ein Kollektivschutz immer zu bevorzugen. Ist dies technisch nicht möglich kann ein Seilsystem, welches als Rückhaltesystem auszubilden ist, in Betracht gezogen werden – die Absturzsicherung sollte genau zum Dachaufbau passen. Gerade bei Dachbegrünung oder einer empfindlichen Dachhaut kommt es auf den richtigen Untergrund, die passende Befestigung und eine fachgerechte Planung an, damit die Sicherung dauerhaft funktioniert und keine Schäden entstehen.
Wann sind Geländer oder Schienensysteme die bessere Wahl?
Geländersysteme sind gemäß DGUV I 201 056 und der DIN 4426 immer zu bevorzugen, vor allem wenn viele wechselnde Personen auf dem Dach unterwegs sind und ein dauerhafter Absturzschutz ohne persönliche Schutzausrüstung bzw. Personensicherung angebracht wird. Schienensysteme eignen sich vor allem bei klar geführten Wegen, beim Zustieg oder in besonderen Arbeitsbereichen . Sind Kollektivmaßnahmen technisch nicht umsetzbar wird meist ein Seil- oder Schienensystem geplant.
Wie viele Personen kann ein System gleichzeitig sichern?
Das hängt immer vom jeweiligen System und seiner Zertifizierung ab. Viele horizontale Seilsysteme sind für ein bis zwei Personen ausgelegt, speziell dafür zugelassene Systeme können aber auch von bis zu sechs Personen gleichzeitig genutzt werden. Vertikale Steigschutzsysteme sind meist nur für eine Person vorgesehen. Entscheidend sind letztlich immer die Angaben auf dem Systemschild und in der Montageanleitung – sie müssen vor der Nutzung geprüft werden.